Informationstechnik für die (polizeiliche) Fachlichkeit

Wenn Sie diese Artikel gelesen haben, können Sie (noch kompetenter als bisher) mitreden über Daten- und Informationsmodelle, Objekte, Beziehungen und Attribute und all diese Dinge.


Teil 1: Daten- und Informationsmodelle

„Informationsmodell“ – was für ein harmloses Wort! Dabei ist das Informationsmodell der entscheidende Faktor für die Qualität eines polizeilichen Informationssystems. Und wesentlich für seine Fähigkeit zum Informationsaustausch mit anderen polizeilichen Informationssystemen. Für Sie – als Mitentscheider aus der polizeilichen Fachlichkeit – lohnt es sich daher, sich mit dem „Informationsmodell“ etwas näher vertraut zu machen.

Teil 2: Entwicklung des Informationsmodells: Objekttypen

Im Gegensatz zur landläufigen Meinung leisten nicht die IT-Entwickler, sondern vielmehr die ‚Fachlichkeit‘ den wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Informationsmodells.
Ihre erste Aufgabe besteht darin, die notwendigen Objekttypen zusammenzutragen.

Teil 3: Entwicklung des Informationsmodells: Merkmalsbedeutungen und ‚Datenfelder‘

Nach der Festlegung der Objekttypen geht es nun um die Attribute, mit denen Objekte näher identifiziert und beschrieben werden können.

Teil 4: Entwicklung des Informationsmodells: Attributbegriffe und Kataloge

Attribute bestehen immer aus einem Pärchen, nämlich der Attributbedeutung (z.B. Familienname, Geburtsdatum, Fahrzeugtyp, Ortsname, etc.) und einem Attributbegriff. Nur Attributbedeutung und Attributbegriff zusammen ergeben ein Attribut, das von einem Dritten eindeutig und richtig verstanden werden kann.

Teil 5: War beschränkte Informationstechnik mitverantwortlich für das Fiasko der NSU-Ermittlungen?!

Die wichtigste Aufgabe von polizeilichen Informationssystemen, insbesondere den Fallbearbeitungs-, Analyse- und Auswertungssysteme besteht darin, Zusammenhänge erkennbar und auswertbar zu machen. Das wird auch für den PIAV hervorgehoben, den neuen Polizeilichen Informations- und Analyseverbund: Er soll insbesondere die Aufklärung von Tat-/Täter- bzw. Tat-/Tat-Zusammenhängen ermöglichen. Warum aber wurden, z.B. bei den NSU-Ermittlungen, offensichtliche Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge nicht (rechtzeitig) erkannt, um die Täter dingfest zu machen, bevor weitere Menschen ihr Leben lassen mussten? Beschränkt etwa die eingesetzte polizeiliche Informationstechnik, insbesondere deren starres Datenmodell, die Möglichkeiten zum Erkennen von Gemeinsamkeiten und Zusammenhängen?

Teil 6: Wie kommt das Informationsmodell ins Datenmodell?

Es gibt grundsätzlich nur zwei Verfahren, wie ein Informationsmodell abgebildet wird in einem physischen Datenmodell: Die konventionelle und die generische Modellierung. Hier erfahren Sie, wie wichtig es ist, diese Frage nicht nur „den Technikern“ zu überlassen: Denn die Konsequenzen könnten dramatisch sein – weil Techniker damit u.U. zu jahrelanger Vollauslastung kommen, während die Fachlichkeit nicht das erhält, was sie eigentlich wollte …