Warum ist das Teilen von Informationen für die Polizei so wichtig?

„Teilen von Informationen“ ist besser als „Informationsaustausch“

Eine Vorbemerkung: Politiker und andere Sachverständige verwenden ja gerne den Begriff „Informationsaustausch“ zwischen polizeilichen Informationssystemen. Der Ausdruck ist suboptimal. Weil er unterstellt, dass der Empfänger nur dann eine Information erhält, wenn er seinerseits etwas dafür gibt / „bezahlt“. Information als Handelsware, sozusagen. Dies entspricht weder den Anforderungen der Polizei, noch den tatsächlichen Gepflogenheiten. Ich ziehe den Ausdruck „Teilen von Information“ vor, weil er deutlich macht, dass ein Teilnehmer über eine Information verfügt, die er anderen zur Verfügung stellt, sie also mit anderen teilt und zwar unabhängig davon, ob er dafür unmittelbar eine Gegenleistung (z.B. durch andere Information) erhält.

Wer sollte welche Information mit wem teilen können?

Hinter dieser Anforderung steht der Wunsch, dass eine bestimmte Information genau einmal erfasst werden muss und „elektronisch“ bei allen Systemen zur Verfügung steht, die diese Information brauchen: Wenn also eine Information, sagen wir über eine Körperverletzung, den Geschädigten (Verprügelten) und den Tatverdächtigen (Schläger) bei der Polizei bekannt wird, soll sie einmal erfasst werden (das geschieht meist im Vorgangsbearbeitungssystem der jeweiligen Behörde).

  • Wenn diese Straftat dann später von der Kriminalpolizei zur „Fallbearbeitung“ übernommen wird, sollten die relevanten Grunddaten über die Tat selbst und die Beteiligten „elektronisch“, ohne erneute Erfassung, vom Vorgangs- an das Fallbearbeitungssystem weitergegeben werden.
  • Wenn der Tatverdächtige zur Fahndung ausgeschrieben wird, sollen diese Informationen „elektronisch“ und ohne erneute Erfassung an POLAS (die Landesvariante von INPOL) weitergegeben werden.
  • Wenn sich im Laufe der Ermittlung herausstellt, dass der Tatverdächtige auch eine Waffe bei sich trug und vor dem Zuschlagen in die Luft geschossen hat, wäre dies ein Fall für die Ausbaustufe 1 = Waffen- und Sprengstoffdelikte für den PIAV – und sollte dementsprechend auch an PIAV elektronisch, ohne erneute Erfassung, weitergeleitet werden
  • usw. usw.

Das ist es, was hinter dem Wunsch nach „Informationsaustausch“ bzw. dem Teilen von Informationen steckt.

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