Wie verlief die bisherige Entwicklung des PIAV?

Vier Jahre für die Konzipierung

An der Konzeption, Einführungsvorbereitung und Beschaffung für den PIAV wird seit 2007 gearbeitet. Die ersten vier Jahre nahm man sich Zeit für diverse Konzeptpapiere und deren Abstimmung untereinander. Die lagen dann Ende 2010 vor.

Pilottest im Jahr 2011

Im Jahr 2011 wurde ein Pilottest durchgeführt. Daran wurden die drei zu dieser Zeit in deutschen Polizeibehörden eingesetzten Fallbearbeitungssysteme beteiligt: Das waren RSCase von Rola Security Solutions, POLYGON von der gleichnamigen Firma und CRIME, eine behördeneigene Entwicklung der so genannten IPCC-Kooperation (Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen). Die Aufgabe lautete: Den Nachweis erbringen, dass jedes System nach den Regeln von XPOLIZEI Nachrichten und Informationen an die beiden anderen Systeme senden und von dort empfangen und richtig verstehen kann. Diesen Test haben alle drei Systeme erfolgreich bestanden.

Die Aufdeckung des NSU und seine Auswirkungen auf den PIAV im November 2011

Wenige Monate später brannte in Eisenach ein Wohnmobil. In Folge dessen wurde die NSU-Terrorzelle aufgedeckt. Das wiederum machte entschlossenes Handeln auf politischer Ebene notwendig! Ergebnis war, dass die Innenministerkonferenz den Beschluss fasste, den PIAV nun „zügig umzusetzen“, dies jedoch vorsichtshalber in mehreren Stufen.

Auch die fachlichen Prioritäten hatten sich verschoben. Die mutmaßlichen Serienmörder und Bombenleger der NSU hatten zum Morden Schusswaffen verwendet und ihre Bomben mit Sprengstoff gefüllt. Die Innenminister als oberste Polizeichefs ihres jeweiligen Landes beschlossen daher, dass der Informationsaustausch über Waffen- und Sprengstoffdelikte mit oberster Priorität, also in Ausbaustufe 1 des PIAV, abgebildet werden soll. Es vergingen weitere eineinhalb Jahre …

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